Rollstuhltraining

Nach Erkrankungen oder traumatischen Ereignissen sind viele Menschen auf die Benutzung eines Rollstuhles angewiesen.

Durch immer kürzer werdende Patientenliegezeiten, aber auch durch physische und psychische Probleme einiger Betroffener kann der richtige und effektive Umgang mit diesem Hilfsmittel in den Kliniken oftmals nur unzureichend vermittelt werden.

Hinzu kommen einerseits Patienten, die nach der Erstversorgung gehfähig entlassen werden, aber mit zunehmendem Alter und nachlassender Leistungsfähigkeit oder auch typischen Folgeerkrankungen durch Überbelastungen vermehrt auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Dieser kann dann aber wegen mangelndem Training und unzureichender Erfahrung nicht ausreichend genutzt werden. Andererseits finden sich Patienten, deren Konstitution sich im Laufe der Zeit verbessert hat. Diese möchten dann mobiler mit ihrem Rollstuhl werden.

Um sicher Rollstuhlfahren zu lernen aber braucht man Zeit, denn Rollstuhlfahren besteht aus vielen einzelnen und zu kombinierenden Fahrtechniken: Handhaltung am Greifring, Starten des Rollstuhls, Fahren, Lenken und Bremsen in Vor- und Rückwärtsfahrt, Kurven fahren und Drehen am Ort, Ankippen des Rollstuhls aus dem Stand und der Fahrt, dem Balancieren auf den Hinterrädern, dem Überwinden von Hindernissen, dem Transport von Gegenständen und vielem mehr.

Nach der Entlassung aus der Klinik kann es zu Mobilitätsproblemen im häuslichen und außerhäuslichen Umfeld kommen. Auch wenn der stationäre Aufenthalt schon länger zurückliegt, führt eine Teilnahme an einem strukturierten Rollstuhltraining zu einer Aktivitätssteigerung und ist motivationsfördernd. Sicherheit und Mobilität im Rollstuhl in möglichst vielen Alltagssituationen und Lebenslagen ist Voraussetzung für ein eigenständig geführtes Leben.

Um die Selbstständigkeit behinderter Menschen im Rollstuhl zu erweitern, wollen wir mit unserem Trainingsangebot erreichen, dass die oben beschriebenen Basistechniken des Rollstuhlfahrens vertieft und die Fähigkeiten eines jeden Einzelnen im Umgang mit dem Rollstuhl verbessert werden können. Das Angebot orientiert sich an Alltagsproblemen, z.B. dem Überwinden von Hindernissen, dem Ein- und Aussteigen in öffentliche Verkehrsmittel und dem Befahren von Treppen und Rolltreppen.

Wir bieten die Rollstuhlgebrauchsschulung in drei Workshops unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade an:

  • Workshop 1: Grundlagenschulung des Rollstuhlgebrauchs
    Ziel des Kurses ist es, den Teilnehmern die nötigen Grundlagentechniken des Rollstuhlfahrens zu vermitteln. Einfache Übungen in der Vor- und Rückwärtsfahrt, das Überwinden kleinster Hindernisse und kleine Spiele zur Vertiefung des Erlernten bilden den praktischen Teil der Veranstaltung. Im theoretischen Teil beschäftigen wir uns mit den Möglichkeiten der Rollstuhlversorgung, -einstellung und -anpassung an den Benutzer.

  • Workshop 2: Rollstuhlgebrauchsschulung für Fortgeschrittene
    In diesem Kurs werden die Grundlagentechniken des Rollstuhlfahrens wiederholt und vertieft. Kleine Schwellen überwinden zu können ist Voraussetzung für die Teilnahme. Sicheres Fahren im Rollstuhl, auch in unwegsamem Gelände, das Balancieren auf den Rollstuhlhinterrädern und das Überwinden ca. 10 cm hoher Hindernisse sind Schwerpunkte des Kurses.

  • Workshop 3: Rollstuhlgebrauchsschulung für Fortgeschrittene
    Das sichere Überwinden ca. 10 cm hoher Hindernisse ist Voraussetzung zur Teilnahme an diesem Kurs. Durch eigenständiges Befahren schwierigster Geländeformen, dem Benutzen von Rolltreppen, öffentlichen Verkehrsmitteln u. a. soll die Selbstständigkeit im Alltag verbessert werden


Wenn Sie sich für die Teilnahme an einer der oben beschriebenen Workshops interessieren, schreiben Sie uns bitte eine E-Mail, um eine detaillierte Programmbeschreibung der einzelnen Workshops anzufordern, die nächsten Workshop-Termine zu erfragen oder sich für die Workshop-Teilnahme vormerken zu lassen. Die Teilnahme von Angehörigen an den Schulungen ist durchaus möglich und sinnvoll.